RegieCarl-Ludwig Rettinger
DarstellerDr. Hans Coppi, Roberta Böcker u.v.m.
FSKunbekannt
ProduktionslandDeutschland
Jahr2020
Verleihfarbfilm verleih
KategorieDokumentarfilm
Kinostart
Länge122 min
Audioformat5.1 Digital
Untertitel
Bildformat
Framerate
2D/3D2D
Ungeachtet des zunehmenden Gestapo-Terrors gegen Ende der 30er Jahre verhalf ein loses Widerstands- Netz in Berlin Juden zur Flucht, verteilte Flugblätter – und sammelte militärische Informationen. Einer der zentralen und charismatischsten Organisatoren war Harro Schulze-Boysen. Als Offizier im Luftfahrt-Ministerium gelang es ihm, sich Zugang zu Hitlers Aufmarsch-plänen für den Angriff auf die Sowjetunion zu verschaffen und schließlich auch für den Vorstoß nach Süden, nach Stalingrad. Diese Informationen wollte er unbedingt an die Alliierten weiterleiten, denn ein Fall der Nazi-Regimes von innen heraus schien unmöglich. Ein sowjetischer Spionagering in Brüssel und Paris kam ihm dabei zu Hilfe. Dieser rekrutierte sich vorwiegend aus jüdischen Kommunisten, darunter auch der „Grand Chef“ Leopold Trepper, ein ehemaliger Palästinakämpfer. Sie funkten militärische Informationen nach Moskau. 1941 gelang es der deutschen Abwehr, Funkmeldungen aus verschieden Städten abzufangen. Man subsumierte die Funkstellen unter dem Namen “Rote Kapelle“. Hitler war fassungslos über die Widerstandsnester in seinem Herrschaftsgebiet, während sich zur gleichen Zeit das Blatt auf den Kriegsschauplätzen wendete. Er beauftragte die Gestapo, die Verräter um jeden Preis zu stellen. Eine gnadenlose Jagd auf Leben und Tod begann, sowohl in Berlin wie auch in Brüssel und Paris. Nur wenige entkamen. Die Schergen der Gestapo jedoch überlebten. Hofiert von westlichen Geheimdiensten im Kalten Krieg denunzierten sie ihre Opfer ein zweites Mal als Vaterlandsverräter. Unter umgekehrten Vorzeichen geschah in der DDR ähnliches. Hier wurden die Mitglieder der Roten Kapelle als „Kundschafter der Sowjetunion“ vereinnahmt. Die tödliche Ignoranz des stalinistischen Geheimdiensts kehrte man dabei tunlichst unter den Teppich. So wurde das Vermächtnis der Roten Kapelle zwischen den Fronten des Kalten Krieges zerrieben. Erst der Fall des eisernen Vorhangs und neue historische Forschungsansätze eröffneten einen unverstellten Blick auf die Rote Kapelle. Doch im Gegensatz zur Weißen Rose oder dem Verschwörerkreis um Stauffenberg stand eine grundlegende filmische Darstellung bislang aus.
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